Einige Vorbemerkungen zu dieser Wanderung.
Diesen Wanderweg habe ich aus einem Buch, in welchem stand das dies eine leichte, nicht übermäßig schwere Wanderung sei. Ich würde gerne wissen, was der Autor dieses Buches als ´schwere Wanderung´ bezeichnet. Dieser Weg - vor allem der Abstieg zur Heßhütte - brachte meine Kameraden und mich (wir sind keine Kletterer sondern Wanderer, die sich aber auch einigermaßen in den Felsen zu hause fühlen) an die Grenze unseres Könnens und manchmal sogar leicht darüber. Aber als wir mal oben waren, mussten wir auch wieder runter. Vielleicht hat es der Schnee für uns teilweise zu schwierig gemacht - ich weiß es nicht.
Auf alle Fälle sollte man sich nicht darauf verlassen was in Büchern steht. Ein klärendes Gespräch mit dem Hüttenwirt vor dem Abmarsch hätte uns sicher mehr gesagt, als die Wegbeschreibung im Buch.
Trotzdem möchte ich diese Wanderung nicht missen. Es war - mit allem wenn und aber - eine anstrengende aber sehr schöne ´Wanderung´, die uns aber gezeigt hat wo unsere Grenzen sind und Gott sei dank ist nichts passiert - wir hatten alle unsere Schutzengel mit.
  

1. Tag
  

  
Wir gehen vom Gasthof Kölbl in Johnsbach weg. Es geht gleich ziemlich steil weg. das Wetter ist schön (Ende Mai), aber nicht heiß. Nach ca. einer 3/4 Std. teilt sich der Weg und wir gehen auf dem linken weiter. Langsam hört der Wald auf und wir gehen nur mehr zwischen Felsen und immer steiler werdend weiter. Immer öfters müssen wir im Schnee bergauf stapfen. Die Markierung ist teilweise im Schnee schwer zu finden. Mittagspause - wir sind immer noch nicht am Gipfel. Inzwischen marschieren wir fast nur mehr im Schnee bergauf. Gott sei dank ist der Schnee hart, sodass wir nicht einsinken. Teilweise ist es schon fast Kletterei - wir brauchen für manche Passagen schon zumindest eine Hand um weiterzukommen. Meine jüngere Tochter (damals 11 Jahre) lebt auf - ihr gefällt die Tour ungemein.
Kurz nach 15 Uhr sind wir endlich am Gipfel, wo uns ein Schild mit der Inschrift ´nur für Geübte´ empfängt. Auf das sind wir selber auch schon draufgekommen. Das Gipfelplateau ist ein paar Quadratmeter groß, schneefrei und überall geht es ziemlich steil runter.
Kurze Rast, dann gehen (klettern) wir weiter Richtung Heßhütte, welche ca. 670 Höhenmeter unter uns liegt. Der Abstieg ist um einiges ärger als der Aufstieg. Vor allem die Schneefelder sind unheimlich schlecht zu begehen und einmal rutscht mein Schwiegervater (damals 61 Jahre) aus, kann sich aber noch abfangen. Wer hier ausrutscht dem ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen - da geht´s ein paar hundert Meter steil bergab in die Tiefe. Beim Queren der Schneefelder krallen wir uns mit den Fingern einer Hand in den Schnee um einen einigermaßen sicheren Halt zu haben. Wir Erwachsenen bekommen schön langsam Fracksausen. Die einzige der es zu diesem Zeitpunkt noch Spaß macht ist meine Tochter - sie belegte noch im selben Jahr in den Ferien einen Kletterkurs.
Endlich sehen wir die Heßhütte. Wir sehen über eine Kante und die Hütte liegt ca. noch 300 Höhenmeter senkrecht unter uns. Endlich lassen wir den Schnee hinter uns und bewegen uns nur mehr in den Felsen. Es ist schon relativ spät - 17 Uhr vorbei - und da wir mit meiner Tochter nicht so schnell vorwärtskommen, schicke ich eine Erwachsenen vor zur Hütte (wir sind dort vorangemeldet), damit sich der Wirt keine Sorgen um uns zu machen braucht.
Nach einer langen Kletterei in den Felsen abwärts erreichen wir endlich um ca. 20:30 die Heßhütte, wo wir bald todmüde in die ´Betten´ fallen.
  

2. Tag
  

  

Unser Plan war am 2. Tag über den Peternpfad zur Haindlkarhütte zu gehen. Nach einem Gespräch mit dem Hüttenwirt (er sagte uns das der Pfad noch schwieriger sei, als der Weg den wir gestern zurückgelegt haben) beschließen wir über die Stadlalm und Koderalm wieder zurück nach Johnsbach zuwandern. Dies war ein schöner, beschaulicher Abstieg über die genannten Almen. Nach der Koderalm kamen wir wieder an die Weggabelung, an der wir gestern nach links Richtung Hochtor gegangen waren. Hier fanden wir nach einiger Suche hinter Büschen und total verwachsen auch so ein Schild auf dem welchen stand ´Nur für Geübte´. Vielleicht sollte man solche Schilder so aufstellen, dass man es schon vor dem Aufstieg sieht. Wobei ich mir aber sicher bin, dass wir auf Grund dieses Schildes nicht von unserem Plan aufs Hochtor zu gehen abgelassen hätten.

Reine Gehzeit:    1. Tag   10 Std    5 Min
                   2. Tag    2 Std   30 Min
  

Wie kommst Du nach Johnsbach!

A1 Abfahrt Ybbs/Donau. Auf der B25 über Wieselburg, Scheibbs, Lunz/See, Göstling/Ybbs nach Mooslandl. Links ab auf die B115 nach Hieflau. Rechts auf die B112 Richtung Admont.
Nach ca. 14 km links abbiegen nch Johnsbach.

Ab Abfahrt Ybbs/Donau ca. 113 km

  erstellt im November 2002
aktualisiert am 16.06.2003