Der Karnische Höhenweg beginnt in Bad Weitlanbrunn bei Sillian in Osttirol und verläuft entlang der ital.-österr. Grenze und endet in Thörl-Maglern. Er ist ca. 110 km (Luftlinie) lang und durchgehend mit der Markierung "403" bzw. "rot-weiß-rot" versehen. Er kann in 10-12 Tagesetappen zu je ca. 5-8 Std. zurückgelegt werden.
Leider mußte ich meine Wanderung wegen andauernden Schlechtwetters schon nach 4 Tagen abbrechen.
Da mir der Weg aber sehr gut gefallen hat, werde ich ihn sicher bei nächster Gelegenheit weitergehen.
  

1. Tag
  
Wir gehen nicht von Bad Weitlanbrunn weg, sondern gleich vom Bahnhof in Sillian, wo wir Mittags mit dem Zug ankommen. Heute geht´s nur bis zur Sillianer Hütte auf 2477 m Höhe. Der heute zu bewältigende Höhenunterschied beträgt 1377 m.
Es geht gleich richtig zur Sache. Stetig und teilweise sehr steil bergauf. Das Wetter ist sehr schön (sonnig) und schon nach kurzer Zeit sind wir völlig verschwitzt. Endlich erreichen wir die Leckfeldalm auf 1900 m. Und weiter geht´s bergauf. Wir lassen den Wald hinter uns und marschieren langsam und mit immer öfteren Pausen zwischen Kuhherden bergwärts. Endlich sehen wir die Sillianer Hütte. Es dauert aber noch einige Zeit bis wir nach einem nochmals verdammt steilen Anstieg - wie fast immer kurz vor einer Hütte - erschöpft um ca. 18 Uhr die Sillianer Hütte erreichen.
  
Reine Gehzeit von Sillian (1100 m) bis zur Sillianer Hütte (2477 m) ca. 4 Std.
  

2. Tag
  

Soldatenfriedhof ´Hochgränten´
  
In der Nacht gab´s ein Gewitter - es hat geregnet und sogar ein bisschen geschneit. Der Schnee ist allerdings bald wieder weg. Das Wetter heute ist nebelig, etwas Regen und kalt. In der Früh haben wir ca. 7 Grad.
Heute geht es weiter zur Obstansersee Hütte (2304 m). Zunächst geht es gleich wieder aufwärts auf den Hochgruben (2536 m), dann wieder runter und so geht s weiter. Immer am Grat entlang, teilweise in den Felsen und fast immer an der Grenze zwischen Italien und Österreich. Allerdings keine Kletterei. Der Regen hat Gott sei Dank aufgehört, dafür ist der Nebel dicker geworden. Vor allem von der ital. Seite sieht man überhaupt nichts. Ab und zu tauchen aus dem Nebel alte Stellungen aus dem 1. Weltkrieg auf und am Hochgränten in ca. 2400m Höhe gibt es einen kleinen Soldatenfriedhof, welcher vom Jägerregiment Lienz betreut wird. In der Nähe gibt es auch einen kleinen See, welchen wir aber durch den Nebel erst sehen als wir fast unmittelbar davorstehen. Das muß eine herrliche Wanderung sein, wenn die Sonne scheint. Weiter geht´s am Grat entlang, und als plötzlich kurz der Nebel aufreißt, sehen wir am frühen Nachmittag unter uns in einem Talkessel an einem See liegend schon die Obstansersee Hütte.
Wie uns der Hüttenwirt erzählt wird diese Hütte mit dem Hubschrauber versorgt.
  
Reine Gehzeit von der Sillianer Hütte (2477 m) zur Obstansersee Hütte (2304 m) ca. 5Std. 30 Min.
  

3. Tag
  

Filmoor Standschützen Hütte

Obstansersee mit Hütte Roßkopf und Pfannspitze

Es scheint das heute das Wetter etwas besser wird. Zeitweise scheint schon die Sonne. Es ist aber trotzdem wieder ziemlich kalt. In der Früh haben wir bei der Hütte nur ca. 10 Grad.
Heute wollen wir von der Obstansersee Hütte (2304m) über die Filmoor Standschützenhütte (2350m) bis zur Porzehütte (1942 m). Nach der Hütte gehen wir über den Almboden und anschließend gleich wieder steil bergauf zum Obstanser Sattel (2452m) um dann wieder am Grat weiter zu gehen. Gleich nach dem Almboden liegt wieder ein Soldatenfriedhof, welcher auch vom Jägerregiment Lienz betreut wird. Kurz nach dem Obstanser Sattel kommen wir zum höchsten Punkt unserer Wanderung (ausgenommen extra Gipfelbesteigungen) der Pfannspitze (2678 m). Von der ital. Seite kommt wieder Nebel herüber. Das Wetter verschlechtert sich. Weiter am kl. und gr. Kinigat entlang bis zur Filmoor Standschützenhütte (2350m). Mittagspause. Ab und zu scheint wieder die Sonne. Der Wirt dieser Hütte geht jeden Tag ins Tal um Verpflegung und trägt diese dann selbst herauf. Ca. 2 Stunden bergauf mit ugfr. 20 kg am Buckel. Hier möchte ich kein Wirt sein. Nach einer längeren Rast geht´s abwärts zum Ob. Stuckensee  (2032 m) und dann wieder aufwärts zum Heretriegel (2170 m). Weiter über die Breitwiese auf der massenhaft Schafe (sicher ein paar Hundert) weiden. Ganz plötzlich verschlechtert sich wieder das Wetter und es fängt zu Regnen an. Was heißt regnen - es schüttet. Kommen nicht einmal dazu unsere Regenhosen anzuziehen. Regenjacke und Umhang für´n Rucksack und schon sind wir naß. Noch eine gute Stunde bis zur Hütte. Unterhalb von Roßkarspitze und Porze vorbei erreichen wir endlich die Porzehütte (1942 m). Nass bis auf die Unterhose. Irgendwie ist der Regen auch in den Rucksack gekommen - 2. Hose und Unterwäsche auch nass. Ein Lichtblick. Auf dieser Hütte gibt es warmes Wasser und eine Dusche. Super. Im Trockenraum der Hütte wird alles aufgehängt. Der Raum ist fast zu klein um das nasse Zeugs der vielen Wanderer aufzunehmen.
  
Reine Gehzeit von der Obstansersee Hütte (2304 m) zur Porzehütte (1942 m) ca. 6 Std 20 Min.
  

4. Tag
  

  
Heute geht´s von der Porzehütte (1942 m) über das Mitterkar Biwak (Notunterkunft 1972 m) bis zum Hochweißsteinhaus (1868 m).
Über Nacht nicht alles Trocken geworden. Müssen teilweise noch feuchte Sachen anziehen. Stimmung mies, Wetter auch. Nebelig, Windig, manchmal Regen. Nach der Hütte wieder hinauf zum Grat und daran entlang. Über Bärenbadegg und Kesselscharte bis zum Stollen (2370 m). Da es immer wieder zu Regnen anfängt entschließen wir uns die Wanderung abzubrechen und ins Tal abzugehen. Gehen vom Stollen über Kesselhöhe Richtung Spitzköfele. Kurz vorher zweigen wir ins Tilliachertal ab. Nach steilem Abstieg kommen wir ins Tal, wo wir Richtung Obertilliach weitergehen. Bert hält einen Abschleppwagen auf, der uns netterweise mitnimmt und das gleich bis Lienz, von wo wir dann mit der Bahn nach Hause fahren.
  
Da mir der Weg - auch wenn es relativ anstrengend war - sehr gut gefallen hat, werde ich ihn sicher noch zu Ende gehen.
  

  
erstellt im September 2002
letzte Aktualisierung am 17.06.2003